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Museum Villa Stuck Museum Villa Stuck

22. Januar bis 4. Mai 2009
Martin Dessecker. Selbst in Stücken

Das Museum Villa Stuck zeigt die erste umfassende Ausstellung der fragmentartigen Arbeiten und Skulpturen des Münchner Künstlers Martin Dessecker. Ort dieser ungewöhnlichen Ausstellung ist das zentrale Treppenhaus, das die verschiedenen Ebenen der Villa Stuck miteinander verbindet und die Schnittstelle zwischen historischer Villa und modernem Ateliergebäude darstellt.

Kaum ein Teil eines Gebäudes kann ähnlich viele Geschichten erzählen wie das Treppenhaus. Ob Bewohner, Besucher oder Lieferanten, beim Betreten des Treppenhauses bildet sich ein erster Eindruck, fühlt man sich empfangen oder abgestoßen. Dabei handelt es sich in diesem Fall nicht um das historische Treppenhaus – oft auch als das geheime Treppenhaus bezeichnet – sondern um die moderne Ergänzung, die vertikale Erschließung der verschiedenen Geschosse der Künstlervilla Franz von Stucks also. Die Ausstellung mit Martin Dessecker ist die erste in einer Reihe, die in loser Folge diesen Ort des Museums in einen Ausstellungsraum verwandeln.

Martin Dessecker ist 1958 in München geboren, studierte Malerei an der Münchner Akademie der Bildenden Künste und beschäftigt sich seit Mitte der 1980er Jahre mit biomorphen und ornamentalen Formen. Seit 2001 entstehen frei vor der Wand schwebende Pappcomics, die das Herzstück der Ausstellung bilden.

Die Arbeiten Desseckers lassen sich in verschiedene Gattungen gliedern, die sich gerade im Nebeneinander der Ausstellungssituation durchdringen, zu neuen Formationen verbinden und dadurch eine zusätzliche gedankliche Ebene einbringen. Gerade deshalb sind sie in idealer Weise geeignet, ihre Geschichte(n) an diesem speziellen Ort zu entfalten. Ob in den Holzskulpturen, den Pingpongskulpturen oder in gepolsterten Objekten, in immer neuen Konstellationen ist es das Gegenüber aus Materialität und Form, welches die den Arbeiten immanente Spannung erzeugt.

In den Pappcomics, dem zentralen Element der Ausstellung, dominiert das erzählerische Moment, das auf den ersten Blick sichere Strukturen für den Betrachter schafft. Im Zuge der Annäherung jedoch implodiert das Wahrgenommene förmlich und löst das Gesehene in Elemente auf, die im Spiegel der eigenen Wahrnehmung wieder zusammengesetzt werden müssen. Versatzstücke aus Porträt, Architektur, Landschaft, aber auch abstrakte Formationen, bilden die Grundstruktur der Pappcomics.

Ähnliche Muster finden sich schließlich in der Gruppe der Aquarelle wieder, die Teil einer Installation aber auch eigenständige Arbeit sein können. Dessecker lässt im Zweidimensionalen Räume entstehen, die sich im nächsten Augenblick schon wieder verflüchtigen. Ergänzt und vertieft werden die angesprochenen Arbeiten durch eine speziell für die Ausstellung entstandene Rauminstallation im Untergeschoss der Villa Stuck.