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Museum Villa Stuck Museum Villa Stuck

28. Oktober 2010 bis 23. Januar 2011

Die Jugend der Moderne
Art Nouveau und Jugendstil – Meisterwerke aus Münchner Privatbesitz

Münchens Rang als Stadt des Jugendstils spiegelt sich in der Sammellust privater Kenner, die seit den 1960er Jahren gezielt herausragende Werke der letzten großen künstlerischen Reformbewegung zusammen trugen. In der Ausstellung »Die Jugend der Moderne. Art Nouveau und Jugendstil – Meisterwerke aus Münchner Privatbesitz« präsentiert das Museum Villa Stuck kaum gesehene Schätze des Jugendstils der Öffentlichkeit. Die Ausstellung aus Privatbesitz versammelt Objekte der wichtigsten europäischen und einiger amerikanischer Künstler, Entwerfer und Manufakturen. In Werken aus Frankreich und Belgien, den Niederlanden und Skandinavien, USA, Deutschland und Österreich/Ungarn offenbart sich eindrucksvoll die ganze Dynamik dieser europäischen Bewegung.

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Mehr als 350 ausgewählte Objekte zeigen die gestalterische Bandbreite, derer sich die Künstler bedienten, um über alle Materialgrenzen hinweg einen „neuen Stil“ für das 20. Jahrhundert zu kreieren. Gemälde, Bronze oder Email, Holzschnitte und Fayencen, Silber und Tuschfederzeichnungen, alles wurde eingesetzt, im Versuch, mit neuen Prinzipien ein neues Zeitalter auszurufen. Darüber hinaus umfasst die Präsentation Möbel, Glas, Keramiken, Wandbehänge und Metallarbeiten sowie Graphiken und Skulpturen führender Künstler des Jugendstils, die Kunst und Leben ihrer Epoche umfassend reformieren und zu einer neuen Einheit zusammenführen wollten.

Edmond Lachenals Schalen mit tauchenden Fröschen um 1880 eröffnen die Chronologie, die sich über alle maßgeblichen Gattungen hinweg bis 1913/14 zieht. In diesem Jahr entwirft Henry van de Velde ein Porzellanservice für die Porzellanmanufaktur Ferdinand Selle in Burgau an der Saale, nach van de Velde »die erste Fabrik, deren Betrieb einzig auf die Fabrikation von Gegenständen im „modernen Stil“ gerichtet ist«.

Dabei bestechen Qualität und Einmaligkeit der gesammelten Werke: Höhepunkte sind Objekte der Pariser Avantgarde-Galerien „L' Art Nouveau“ von Siegfried Bing und „La Maison Moderne“ von Julius Meier-Graefe, Werke aus der Pariser Weltausstellung 1900 und Glanzlichter des Japonismus, der nicht nur in Europa eine wahre Welle der Begeisterung auslöste. Nicht zuletzt spielen die progressiven Entwicklungen des Jugendstils in München eine wichtige Rolle – für den Standort der Sammlungen und somit auch die Ausstellung „Die Jugend der Moderne“.

Die Künstlerliste versammelt das „Who is who“ aus Art Nouveau und Jugendstil von Adler bis Zumbusch. Die Liste der Manufakturen liest sich ebenfalls eindrucksvoll und zeigt den Reichtum, den die privaten Sammlungen vorweisen können: Bigot, Bing & Grøndahl, Clément Massier, Keller et Guérin, aber auch die Keramischen Werkstätten München-Herrsching und natürlich die Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk, München, sind in der Ausstellung vertreten. Dennoch lässt die Präsentation keine abschließende Stildiskussion zu, sondern setzt subjektive Schwerpunkte dort, wo sich das jeweilige Interesse des Sammlers konzentriert. Das Alphabet der Künstler weist Lücken auf, die das Streifen zwischen den Objekten jedoch umso spannender machen.

Die Ausstellung steht in der Tradition von Wechselausstellungen, in denen sich das Museum Villa Stuck mit unterschiedlichen Aspekten der Zeit um 1900 auseinandersetzte, in der auch die Villa des Künstlerfürsten Franz von Stuck entstand: „Maß und Freiheit. Textilkunst des Jugendstils von Behrens bis Olbrich“ (2010), „Tiffany in neuem Licht. Clara Driscoll und die Tiffany Girls“ (2009/10), „Kabarett Fledermaus. 1907–1913 – Ein Gesamtkunstwerk der Wiener Werkstätte“ (2007/08), „L'Art Nouveau. La Maison Bing“ (2005), „München! Stadt des Jugendstils“ (2004), „Gürtelschließen im Jugendstil. Sammlung Kreuzer“ (2001/02) oder „Hector Guimard. Le Castel Béranger und Metropolitain Bolivar“ (1999).