Start > Ausstellungen > Maß und Freiheit. Textilkunst im Jugendstil von Behrens bis Olbrich - 11. März bis 30. Mai 2010

Museum Villa Stuck Museum Villa Stuck

11. März bis 30. Mai 2010
Maß und Freiheit.
Textilkunst im Jugendstil von Behrens bis Olbrich

Bedeutende Jugendstilkünstler waren oft sehr vielseitig tätig als Maler, Plastiker, Möbeldesigner und Architekten. Bisher wenig beachtet wurde ihre Arbeit als Textildesigner. Die Ausstellung im Museum Villa Stuck beleuchtet nun erstmals auch diesen Aspekt des künstlerischen Schaffens bedeutender Protagonisten des Jugendstils wie Peter Behrens, Hans Christiansen, Walter Crane, Johann Vincenz Cissarz, Otto Eckmann, Gertrud Kleinhempel, Albin Müller, Adelbert Niemeyer, Joseph Maria Olbrich, Richard Riemerschmid sowie anderer Künstler des Jugendstils.

Anhand von mehr als einhundert bisher selten oder noch nie öffentlich gezeigter Objekte aus den Jahren von ca. 1896 bis 1914 bietet sich hier die einmalige Gelegenheit, Entwürfe aus bedeutenden Zentren der Textilindustrie um 1900 in Deutschland, England, den Niederlanden und Österreich in ihrer Verbindung aus Künstlerentwurf und industrieller Fertigung in einer großen Übersicht zu betrachten und damit die Auseinandersetzung und das Zusammenwirken von Kunst und Industrie um 1900 zu erfassen.

Das spezielle Augenmerk der vorliegenden Ausstellung gilt dabei der sogenannten „abgepassten Ware“, also Tischdecken und Servietten, die im Gegensatz zu „Meterware“ mit Mustern im Rapport für Möbelbezüge, Vorhänge und Kleider steht. Hier hat der Entwurf, der im Kontext kompletter Inneneinrichtungen oder als Einzelstück entstanden ist, einem vorgegebenen Maß zu folgen; seine Komposition ist einem Rechteck oder Quadrat einbeschrieben und unterliegt der Disposition von Binnenfeld und Bordüre mit Ecklösung. Mit diesem Themenschwerpunkt widmet sich die Ausstellung im Museum Villa Stuck einer grundsätzlich anderen Gattung im Textilbereich als die 1980 in Stuttgart gezeigte Schau „Art Nouveau Textildekor um 1900“, die sich schwerpunktmäßig mit gewebten und bedruckten Stoffen mit Mustern im Rapport befasste, und stellt somit eine absolute Novität dar.

Die Exponate stammen aus den Firmenarchiven in Bielefeld und Laichingen (A.W. Kisker GmbH & Co.KG und Hermann Pichler GmbH & Co.KG), aus internationalen Privatsammlungen sowie zahlreichen Museen: dem Rijksmuseum in Amsterdam, den Staatlichen Museen zu Berlin, Kunstbibliothek, den Kunstsammlungen Chemnitz, dem Hessischen Landesmuseum und dem Institut Mathildenhöhe in Darmstadt, dem Städtischen Museum in Flensburg, dem Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg, dem Deutschen Textilmuseum in Krefeld, dem Bayerischen Nationalmuseum, der Neuen Sammlung, dem Stadtmuseum und der Architektursammlung der Technischen Universität in München, dem Württembergischen Landesmuseum in Stuttgart und dem MAK, Museum für angewandte Kunst/ Gegenwartskunst in Wien.

Mit dem Thema Textilkunst des Jugendstils befasste sich das Museum Villa Stuck bereits 2004 in der Ausstellung „Schönheit der Formen. Textilien des Münchner Jugendstils“. Einen weiteren Höhepunkt zum Thema Jugendstil wird die für Herbst 2010 geplante große Schau zum Thema „Jugendstil aus Münchner Privatbesitz“ darstellen.