Start > Ausstellungen > Andrei Molodkin. Liquid Black - 21. Juni bis 16. September 2012

Museum Villa Stuck Museum Villa Stuck

21. Juni bis 16. September 2012

Andrei Molodkin. Liquid Black

Eine Ausstellung des Museum Villa Stuck
Kuratoren: Dr. Margarita Tupitsyn, Dr. Victor Tupitsyn

Die Ausstellung »Liquid Black« zeigt über vierzig Arbeiten des in Paris lebenden russischen Künstlers Andrei Molodkin (geb. 1966) und ist die erste große Übersichtsausstellung zu Molodkins Werk in Europa.

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Nach seinem Studium am renommierten Stroganow-Institut für Kunst und Design in Moskau, schaffte Molodkin 2003 den künstlerischen Durchbruch. Seitdem stellt er seine Arbeiten international aus – so etwa auch 2009 auf der Biennale in Venedig – und beschränkt sich in seiner Erkundung geopolitischer Themen nicht mehr nur auf seine Heimat Russland. Mit seinen skulpturalen Objekten »Christ« (2005), »Madonna« (2005) und »Apollo's Head« (2004) nimmt Molodkin Bezug auf religiöse Motive wie auch auf antike Skulpturen. Darüber hinaus verwendet er Begriffe wie »Demokratie« oder »Das Kapital«, die – seiner Materialästhetik entsprechend – in Acrylglasblöcken eingefasst und mit Rohöl gefüllt sind, dem Rohstoff, der, wie kein anderer, ökonomische Zusammenhänge bestimmt und geopolitische Konflikte birgt. Seine parallel dazu entstehenden großformatigen Kugelschreiberzeichnungen gehen auf die politische und gesellschaftliche Faktographie ein.

Andrei Molodkins Arbeiten sind rigorose Auseinandersetzungen mit radikalen Techniken und technischen Erfindungen; er unterwirft dabei bestimmte, für den Osten wie für den Westen gleichermaßen erhebliche politische und kulturelle Fragen einer kritischen Untersuchung. Als Künstler nimmt er bewusst eine Rolle ein, in der er die Grenzen regionaler und nationaler Zusammenhänge überschreitet und als Kontroll- und Vermittlungsstelle zwischen russischer und westlicher kultureller und politischer Semantik fungiert.

In der Ausstellung wird ebenfalls Molodkins Installation »Sin Machine (Transformer No. VS566)« (2011) gezeigt, die im Museum Villa Stuck erstmals überhaupt der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Sie ist eine technisch komplexe Vorrichtung, bei der mit Öl gefüllte Tuben mit Neonröhren verbunden sind. Diese und auch andere Installationen und Skulpturen entstehen in einer Fabrik in Südfrankreich und knüpfen damit an den Grundsatz des russischen Produktivismus an, traditionelle Formen des Kunstschaffens durch die Arbeit mit industriellen Materialien abzulösen.

Die Auswahl der Arbeiten orientiert sich eng an den Gegebenheiten der Ausstellungsräume, an den zum Teil möblierten Privaträumen und dem Atelier des Münchener Künstlerfürsten Franz von Stuck. Die Ausstellung »Liquid Black« knüpft damit an frühere Ausstellungen in den Historischen Räumen mit Exponaten von Sol LeWitt, Donald Judd oder Dan Graham an, die sich mit der Architektur des Gesamtkunstwerks befassten und Anlass zu einer Gegenüberstellung und Auseinandersetzung mit Stucks Werken gaben.