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Willy Fleckhaus. Design, Revolte, Regenbogen

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Eine zentrale Rolle kommt den von Fleckhaus gestalteten Medien zu, erstmals kombiniert mit zahlreichen Vintage-Fotografien der oft von ihm auf der photokina in Köln entdeckten und für eigene Projekte engagierten Fotografen, die später internationale Bedeutung erlangten. Anhand der ausgestellten Arbeiten können die Besucherinnen und Besucher somit nicht nur die innovativen, zur damaligen Zeit revolutionären Gestaltungsansätze des bedeutenden deutschen Grafikdesigners nachvollziehen. Darüber hinaus vermitteln die Exponate auch einen authentischen Eindruck von dem gesellschaftlichen Wandel in den 1960er- bis 1980er-Jahren.

Von den drei Schwerpunkten der Ausstellung steht die Zeitschrift twen im Vordergrund. Ein großes und entscheidendes Gewicht liegt dabei auf originalen Fotografien, oft ganzen Strecken, aus denen Fleckhaus seine Bildreihen zusammenstellte. In großen Aufnahmen zu sehen sind Stars wie Juliette Gréco, Tina Turner, Jean Paul Belmondo oder Mick Jagger. Viele große Fotografen der Zeit sind vertreten, allen voran Will McBride, aber auch Richard Avedon mit seinen Porträts oder Ulrich Mack mit seiner berühmten Pferdeserie. Zu den gezeigten Illustratoren zählen herausragende Amerikaner wie Ben Shahn, der eine Reihe der frühen Titelillustrationen liefert, und Heinz Edelmann mit seinen poppigen Beatles, die in Yellow Submarine die Welt in einen psychedelischen Farbschleier tauchen.

Ein weiteres wichtiges Kapitel der Ausstellung bilden Fleckhaus' Arbeiten für Suhrkamp und andere Verlage. 1959 konzipierte er die Bibliothek Suhrkamp mit schlichter Typografie auf weißem Grund und einem zurückhaltend umlaufenden Farbstreifen. Ab 1963 erscheint die edition suhrkamp in jeweils einfarbigen Taschenbuchbänden, deren Buchrücken, in
korrekter Erscheinungsfolge aufgestellt, einmal durch das Farbenspektrum wandern. Nach 48 Bänden beginnt der Regenbogen von neuem. Es folgen weitere Taschenbuch-Reihen, unter anderem auch für den Insel Verlag. Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung ist die Person Fleckhaus selbst. In der gesamten Ausstellung ist er mit Zitaten, Fotos,
Skizzen und persönlichen Erinnerungsstücken präsent , dazu kommen speziell für die Ausstellung entstandene Interviews mit Weggefährten wie dem Fotografen und Filmemacher Roger Fritz, den Fotografen Guido Mangold und Michael Friedel und dem Art Director Uwe Göbel.

Als optisch überraschender und abschließender Höhepunkt der Ausstellung können die schwarz umrandeten Magazine für die Frankfurter Allgemeine Zeitung gesehen werden. Fleckhaus' Umgang mit Bildausschnitten und, mehr noch, seine Motivwahl sind freier und unabhängiger geworden und verleihen den äußerlich unscheinbaren Heften einen bleibenden Wert.