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Empfangssalon

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Der Empfangssalon wurde wegen seines Materialreichtums und als prägnantester Ausdruck von Stucks künstlerischem Wesen stets als der prächtigste Raum des Hauses gefeiert. Stuck verwendet hier bei einfacher Raumgliederung raffiniert die malerische Wirkung luxuriöser Oberflächen und Farbklänge, subtiler Lichtreflexionen und Spiegelungen auf den Wänden.

Man betritt den Raum durch eine mit goldenen Ornamentbeschlägen verzierte Schiebetür. Die Wände und Nischen des im Dämmerlicht gehaltenen Raumes sind mit Goldmosaik überzogen. Antikisierend wirkt der Raum nicht zuletzt durch die Wandflächen aus bronzeartig patinierten Ornamentbändern mit Gorgonenköpfen und Blüten, mit denen dunkelrote, polierte Steinplatten von ausgesuchter Musterung eingefasst sind. Ein Kamin aus grünem, weiß geädertem Serpentinstein bildet das Zentrum der Südwand. Die Kassettendecke ist mit Intarsienmuster bemalt. Über dem Kamin hängt ein Gemälde des italienischen Barock: Die Enthauptung des Johannes, das von Stuck teilweise übermalt wurde. Die feierliche Atmosphäre des Raumes wird durch die breite Spiegelwand des Fensters gesteigert, in dem sich das warme Glühlicht und das Goldmosaik spiegeln.

Der fließende Übergang des glänzenden Mosaikparketts zum Musiksalon erzeugt den Eindruck eines einzigen, großen Saales, der nur im mächtigen Durchgang durch Vorhänge getrennt wird. In der Ferne erscheint der angrenzende Musiksalon in farblichem Kontrast.

In den Mosaiknischen im Empfangssalon befinden sich Kopien antiker Büsten, die von Stuck farbig gefasst wurden. In der rechten unteren Nische befindet sich der Kopf der Athena mit Locken und verziertem Helm, den Stuck für seine Amazone entliehen hat. Das Original befindet sich in der Münchner Glyptothek.

Stuck entwarf auch das einzigartige Ensemble von Möbeln mit Apliquen in Form etruskischer Löwenköpfe und Koren aus feuervergoldeter Bronze, elfenbeinartigen Intarsien und Seidendamastbespannung, mit denen er auf der Pariser Weltausstellung 1900 eine Goldmedaille gewann. Sie sind in ihrer strengen, höchst niveauvollen Gestaltung integraler Bestandteil von Stucks Vorstellung einer Villa in unverwechselbar eigenwilligem Stil. Die Möbelbezugsstoffe wurden nach Originalvorlagen nachgewebt. Über der Eingangstüre befindet sich ein Selbstporträt Franz von Stucks (Original in den Uffizien, Florenz) mit den Wappentieren des Künstlers – anlässlich der Adelung Stucks 1905 geschaffen – in einer Replik des Stuckschülers Paul Stollreither aus dem Jahr 1906.