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Museum Villa Stuck Museum Villa Stuck

Neues und Gerettetes erweitern die Sammlungen

Das Museum Villa Stuck präsentiert zwei Neuzugänge des vergangenen Jahres in den Historischen Räumen. Zum einen
konnte das Museum mit Hilfe des Vereins zur Förderung der Stiftung Villa Stuck e.V. ein kleines Gemälde aus Privatbesitz erwerben, zum anderen wird ein fragiles Relief nach aufwändiger Restaurierung erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Museum Villa Stuck, Foto: Katrin Schilling

Bei Franz von Stucks Frühwerk »Muschel«, entstanden um 1892, handelt es sich um eines der wenigen bekannten Stillleben des Künstlers. Zusammen mit der »Sünde« und vier anderen Gemälden präsentierte Stuck es auf der »I. Internationalen Ausstellung der Münchner Secession« 1893, die er erst im Vorjahr mitbegründet hatte. Im Gegensatz zu den bedeutungsgeladenen Figurenbildern dieser Epoche besticht das Stillleben durch die feinsinnige Beobachtung irisierender Oberflächen einer Muschelschale vor einem dunkelrot verlaufenden Hintergrund.

In Franz von Stucks umfangreichem Werk gehören seine plastische Arbeiten zu einer Minderheit. Im Gegensatz zu seinen immer wieder provokativen Bildererfindungen trafen die Plastiken beim zeitgenössischen Publikum stets auf sehr positive Resonanz und fanden weite Verbreitung. Und dennoch galten sie immer wieder als dekoratives Beiwerk des »Malerfürsten«, der sich selbst als Universalkünstler verstand und so agierte. Neben der Großplastik »Amazone« und den bekannten, viel verkauften Bronzestatuetten gehören dazu seltene Brunnen- und Denkmalentwürfe, frühe Selbstbildnisse und eine Reihe von Reliefs und Porträtmasken. Sie alle sind motivisch untrennbar mit dem malerischen Werk des Künstlers verbunden. Die »Kämpfenden Faune«, um 1903, nehmen das Sujet Stuckscher Gemälde von 1889 und 1898 auf. Dabei wird das jugendliche Kräftemessen zweier Faune in ihrer Reliefdarstellung zum harten Kampf erwachsender Gegner gesteigert. Es gehört zu
einer Reihe von plastischen Bildwerken, die Stuck für das Raum- und Dekorationsprogramm seiner Villa und seines Künstlergartens verwendete bzw. für den Außenbau seines Neuen Ateliers schuf.