Start > Kunstvermittlung > Multimedia > »Ist der Franz da …?«

Museum Villa Stuck Museum Villa Stuck

»Ist der Franz da …?« Villa Stuck Redux

Originalton-Collage von Martin Heindel

»Ist der Franz da ...?« fragt Maximilian Schell und eröffnet die Spurensuche nach der märchenhaften Karriere Franz von Stucks. Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Museums Villa Stuck wurden Sprach- und Musikdokumente der vergangenen Jahrzehnte aus den Archiven des Museums ans Tageslicht befördert. In einer zehnminütigen Toncollage führen Martin Heindel, Autor und Regisseur, und Hans-Christian Fuss, Musiker und Tontechniker, die Aufzeichnungen zusammen. Dabei entsteht eine einmalige Dokumentation über die vielschichtigen Aktivitäten des Museums.»Ist der Franz da ...?« – VILLA STUCK REDUX ist im JUGENDzimmer des Museums Villa Stuck als Audio-Station für die Besucherinnen und Besucher des Hauses dauerhaft installiert.

Unterschiedlichste Rednerinnen und Redner zeichnen die Lebensstationen Stucks vom Müllerssohn zum Malerfürsten, seine Meisterwerke und sein Künstlerhaus nach. So berichtet Klaus Schulz, ehemaliger Intendant des Staatstheaters am Gärtnerplatz, vom »Wächter des Lichtes«, der als Paukenschlag in München widerhallte, die Schauspielerin Sylvia Eisenberger von der »Verlockung der Lust« durch »Die Sünde«, der Astronom Gerhard Hartl von Uranus und Neptun am Sternenhimmel im Musiksalon und Margot Th. Brandlhuber von Raumkunst und Malerei im Alten Atelier. Christian Ude muss »neidvoll gestehen, er hätte es nicht besser oder repräsentativer erwischen können«.

Über den Blick auf Franz von Stuck, sein Werk und seine Villa hinaus finden sich Kommentare von zeitgenössischen Künstlern. Robert Wilson befragt Franz von Stucks Werk und spricht von seiner Verantwortung als Künstler, Fragen zu stellen, wohingegen Karl Lagerfeld gar keine Fragen hat, sondern nur Antworten. Die Toncollage schweift von Reflexionen Frei Ottos über Kommentare Ellen Auerbachs und Marina Abramovics zu Marcel Reich-Ranicki, der ganz gerne wüsste, was eigentlich das Thema der Veranstaltung ist.

Die Reden über und Fragen an die Kunst werden musikalisch begleitet von Jens Thomas und Saam Schlammingers Improvisationen, welche eigenwillig und außergewöhnlich zwischen minimalistischen Klängen und tiefer Emotion changieren, von G. Rag y los Hermanos Patchekos, von Salonmusik der Jahrhundertwende der Violinistin Esther Schöpf und des Pianisten Norbert Groh, von Musik des AsianArt Ensemble, welches für die musica viva Werke asiatischer Komponisten interpretiert, und von Liedern aus der Zeit des Münchner Jugendstils, musikalisch umgesetzt von der Sopranistin Nyla van Ingen und dem Pianisten Donald Wages.

»Villa Stuck Redux« ist mehr als zehn Jahre nach der »Memory Bank« die konsequente Fortführung der Auseinandersetzung mit der wechselhaften Geschichte des Hauses, indem Zeitzeugen Ihre Erlebnisse und Erinnerungen an die Künstlervilla Franz von Stucks schildern.


»Ist der Franz da ...?« VILLA STUCK REDUX
Originalton-Collage von Martin Heindel im JUGENDzimmer des Museums Villa Stuck
Länge: 9'52'' / Folgender Ausschnitt: 0'52''

Um den Ausschnitt hören zu können benötigen Sie aktiviertes JavaScript und Flash.

Manuskript und Regie: Martin Heindel
Ton: Hans-Christian Fuss
Idee: Anne Marr
Recherche und Koordination: Sabine Schmid

Es sprechen:
Marina Abramovic, Ellen Auerbach, Margot Th. Brandlhuber, Chris Dercon, Sylvia Eisenberger, Gerhard Hartl, Erich Kasberger, Marita Krauss, Karl Lagerfeld, Wolfgang Lippstreu, Frei Otto, Marcel Reich-Ranicki, Maximilian Schell, Klaus Schulz, Christian Ude, Robert Wilson

Es musizieren:
AsianArt Ensemble; Auwieser Sängerinnen und Kreuther Trio; G. Rag y los Hermanos Patchekos; Nyla van Ingen, Sopran, und Donald Wages, Klavier; Esther Schöpf, Violine, und Norbert Groh, Klavier; Jens Thomas, Klavier / Gesang, und Saam Schlamminger, persische Trommel Zarb / Elektronik

Martin Heindel, geboren 1976, studierte Dramaturgie an der Ludwig-Maximilians-Universität und der Bayerischen Theaterakademie »August Everding« in München. Er lehrte Drehbuchschreiben, arbeitete als Dramaturg, Texter und Produzent für Film, Funk, Fernsehen und Theater in Berlin, Köln und München. Seit 2005 schreibt und inszeniert er Hörspiele und Radiofeatures.

Hans-Christian Fuss, 1977 in Sibiu geboren, ist Musiker bei The Robocop Kraus, Hidalgo, Bambi Davidson und The Mother, the Son and the Holy Ghost. Er ist Absolvent der School of Audio Engineering in München und arbeitet als Tontechniker beim Radio und an Hörbüchern, sowie an Aufnahmen von Musik berühmter und weniger berühmter Künstler.