Die Ausstellung »Tiffany in neuem Licht. Clara Driscoll und die Tiffany Girls« ist die erste umfassende Präsentation von Objekten aus den Werkstätten Louis Comfort Tiffanys in einem Münchner Museum.
Sie zeigt mehr als 60 der atemberaubenden Objekte aus den Tiffany Studios, nicht als Übersicht, sondern würdigt insbesondere die herausragende Rolle von Clara Driscoll. Als Leiterin der gänzlich mit Frauen besetzten Glasschneide-Werkstatt spielte Driscoll die Hauptrolle inmitten zahlreicher Künstlerinnen, die entscheidend an der Gestaltung und Herstellung der Meisterwerke der Tiffany Studios mitwirkten. Die Ausstellung wirft ein völlig neues Licht auf die gestalterische Praxis bei Tiffany, aber auch auf den sozialen Hintergrund der berufstätigen New Yorkerinnen um 1900.
Bis heute gilt Louis Comfort Tiffany (1848-1933) als der bedeutendste und kreativste Designer für angewandte Kunst in den USA um 1900. Berühmt machten ihn vor allem seine Lampen und Fenster mit Glasmalereien. Mit seinen eleganten und dekorativen Entwürfen wurde er zu einem der Anführer der amerikanischen Art Nouveau-Bewegung. Ihm gelang die perfekte Kombination von Kunst und Funktionalität.
Die Ausstellungsobjekte, darunter Lampen, Fenster, Mosaiken, Email– und Keramikobjekte stammen größtenteils aus dem Besitz der New-York Historical Society (N-YHS). Hinzu kommen Leihgaben aus anderen Museen und Privatsammlungen. Die New-York Historical Society verfügt über eine der weltgrößten Sammlungen historischer Objekte, amerikanischer Kunst und dokumentarischen Materials über die Geschichte der USA und New Yorks. N-YHS ist nicht nur eine der bedeutendsten Forschungsbibliotheken der USA, sondern auch Heimat eines der ältesten Museums von New York City.
Lange Zeit galt es als gesichert, dass die weltbekannten Lampen und Fenster, wie auch alle anderen Objekte aus den Tiffany Studios, von einem einzigen Mann gestaltet wurden, vom Firmengründer und künstlerischen Leiter selbst, Louis Comfort Tiffany. Die Ausstellung »Tiffany in neuem Licht. Clara Driscoll und die Tiffany Girls« verdankt sich den Ergebnissen einer jüngst abgeschlossenen Recherche der Korrespondenz von Clara Driscoll (1861–1944).
Aktuelle Forschungen der Kuratoren der Ausstellung, Martin Eidelberg, Nina Gray und Margaret K. Hofer, ergaben, dass sich hinter Louis Comfort Tiffany eine Gruppe von Designerinnen verbarg, der nun im Nachhinein viele erfolgreiche Tiffany-Objekte zugeschrieben werden können. Diese »Tiffany Girls« arbeiteten im »Women's Glass Cutting Department« unter der Leitung von Clara Driscoll, die unter anderem für beliebte Entwürfe wie »Wisteria«, »Dragonfly«, »Peony« und »Poppy« verantwortlich zeichnet.
Publikation

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation im Reimer Verlag mit Textbeiträgen von Martin Eidelberg, Nina Gray und Margaret K. Hofer. Vorwort von Michael Buhrs, Louise Mirrer, Glenn Castellanos. Übersetzt von Klaus Roth, Stefan Barmann, Sabine Bürger und Tim Beeby.
200 S., 100 Abb. - 28 x 21,5 cm. ISBN 978-3-923244-25-6