Wohnen

Das Politische Foyer

Foto: Peter Arun Pfaff

Anna sucht eine 1-Zimmer-Wohnung, die Familie Tanasi gleich ein ganzes Haus, Frau Schubert spielt kein Instrument, ist Nichtraucherin und hat kein Haustier, und Georg bietet als Gegenleistung für ein WG-Zimmer ein Vier-Gänge-Menü an: Jede*r in München, so kommt es einem vor, sucht eine Wohnung. Für die Münchner Stadtgesellschaft gibt es kaum ein wichtigeres Thema. Gibt es einen Grund dafür, dass es hier so wenig Wohnraum gibt? Wie kann man sich organisieren, um Abhilfe zu schaffen? Und wer soll sich das noch leisten können?

Die Podiumsdiskussion „Das Politische Foyer“ diskutiert mit dem Slogan „Wir müssen reden!“ politische Themen fundiert und kontrovers. Der öffentliche Debattenabend ermöglicht ein Gespräch mit Menschen, die verschiedene politische Ansichten vertreten und lässt in einem konstruktiven Austausch Argumente nachvollziehen, die einem bisher verschlossen waren. Moderiert von der Schriftstellerin und Historikerin Dana von Suffrin, beleuchten die Podiumsgäste Ralph Henger, Joanna Kusiak und Markus Ostermair das Thema Wohnen aus verschiedenen Perspektiven. Anschließend öffnet sich die Debatte für die Teilnehmenden. 

Dana von Suffrin ist Schriftstellerin und Historikerin. Sie promovierte mit einer Arbeit zu Wissenschaft und Ideologie im frühen Zionismus. Ihr Romandebüt »Otto« erschien 2021 und wurde vielfach ausgezeichnet. Von Suffrins zweiter Roman »Nochmal von vorne« ist eine jüdische Familiengeschichte und erschien im Frühjahr 2024. Derzeit ist ihr Hörspiel „Unter uns“ in der BR-Mediathek zu hören, darin geht es um die deutsch-jüdische Disco-Szene in den 1970er-Jahren in München.

Joanna Kusiak ist Soziologin, wissenschaftliche Aktivistin und Fellow am Centre for Research in the Arts, Social Sciences and Humanities (CRASSH) der Universität Cambridge. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Verschränkung von Recht, Stadtpolitik und Graswurzelaktivismus. Sie ist Autorin des Buches „Radically Legal: Berlin Constitutes the Future“ (2024), das sich mit der Deutsche Wohnen & Co. Bewegung und Berlins erfolgreichem Volksentscheid zur Enteignung von Großgrundbesitzern beschäftigt. Das Buch wurde mit dem Nine Dots Prize ausgezeichnet, da es einen "Blick über den Tellerrand" auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen wirft.

Markus Ostermair, der seinen Zivildienst in der Bahnhofsmission München abgeleistet hat, studierte Anglistik und Germanistik. Er brillierte mit seinem Debütroman „Der Sandler“.

Ralph Henger war nach seinem Studium der Volkswirtschaftslehre am ifo Institut für Wirtschaftsforschung tätig und promovierte an der Universität Göttingen. Seit 2010 arbeitet er als Senior Economist im Institut der deutschen Wirtschaft im Kompetenzfeld Finanz- und Immobilienmärkte. Zudem ist er Dozent für Immobilienökonomie an der Akademie deutscher Genossenschaften und arbeitet in verschiedenen Projekten für das Bundesministerium und hat dort die letzten Wohngeldreformen maßgeblich mitbegleitet.